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MASAI MARA NATIONALPARK
Die Masai Mara, in der Sprache Maa der Maasai
bedeutet dies „Geflecktes Land, Buntes Durcheinander“,
ist nicht nur das eindrucksvollste Tierschutzgebiet Kenias,
sondern zählt zusammen mit seiner südlichen Fortsetzung,
der Serengeti, zu den großartigsten Tierschutzgebieten
der Welt überhaupt.
Die Masai Mara liegt im Südosten von
Kenia an der Grenze zu Tanzania, etwa 800 km von der Küste
und 270 km von Nairobi entfernt, auf einer durchschnittlichen
Höhe von etwa 1.600 m. Das Schutzgebiet ist etwa 1900
qkm groß und dank seines gut bewässerten Graslandes
und zweier permanenter Flüsse, des Mara und des Talek-Flusses,
eine allen seinen Bewohnern stets ausrechend Nahrung zur
Verfügung stellender Lebensraum. Besucher erleben in
der mit Schirmakazien bestandenen hügeligen Savannenlandschaft
das Gefühl der großen Weite und des unberührten
Afrika.
Bei Ihrer Lektüre sind Sie wahrscheinlich
immer wieder auf unterschiedliche Schreibweisen des Wortes
„Masai“ getroffen. Normalerweise bezeichnet
man den Park als „Masai Mara“, also mit einem
„a“, das Volk jedoch als „Maasai“,
also mit zwei „a“. Aber das wird, wie Sie feststellen
konnten, häufig anders gemacht. So findet man in der
Wikipedia „Massai“ als die deutsche Schreibung.
Bevor das Gebiet im Jahre 1961 Masai Mara
National Reserve benannt wurde, hieß es Masai Mara
Game Reserve. Man kann sagen, dass das Gebiet aus zwei Teilen
besteht: Der innere Teil wird entsprechend der Richtlinien
für Nationalparks geführt; in diesem Teil sind
permanente Ansiedlungen (außer Camps und Lodges) verboten.
Das äußere Gebiet ist ebenfalls unberührt,
allerdings dürfen hier die örtlichen Maasai ihre
Rinder- und Ziegenherden weiden.
Vier Landschaftsformen bestimmen die Masai
Mara.
Die Ngama Hill im Osten sind charakterisiert durch sandigen
Boden und Büsche, deren Blätter unter anderem
das Spitzmaulnashorn gerne frisst. Das Oloololo Escarpment,
etwa 300 m hoch, bildet die westliche Grenze des Tierschutzgebiets
und steigt ziemlich steil zu einer beeindruckenden Hochebene
an. Das Mara Dreieck (Triangle) grenzt an den Mara Fluss,
ist bestimmt durch fruchtbares Grasland und Akazienwald
und ist Lebensraum für zahlreiche Tiere, besonders
während der großen Tierwanderung. Die großen
Ebenen schließlich stellen den größten
Teil der Masai Mara dar; diese Landschaft mit ihren Hügeln,
Felsgruppen, Büschen und Bäumen ist das bevorzugte
Aufenthaltsgebiet zahlreicher Tiere.
Wenn Sie während einer nur wenige Tage
dauernden Safari ausgezeichnete Wildbeobachtung genießen
wollen, dann ist die Masai Mara eine sehr gute Wahl. Vergessen
sollte man aber nicht, dass die Anzahl der Fahrzeuge und
der Besucher in manchen Regionen des Tierschutzgebiets sehr
groß sein und die Freude an der Tierbeobachtung eher
klein sein kann. Leider drängen sich in einigen Gebieten
der Masai Mara weniger die Tiere als die Fahrzeuge der Besucher.
Außerdem sind die Fahrer oft wirklich nicht mehr als
Fahrer und glänzen nicht gerade durch profundes Wissen
über Flora und Fauna. Fragen Sie uns also, welche Lodges
wir Ihnen empfehlen können. Wir haben die Masai Mara
wie auch die Serengeti des öfteren bereist, kennen
zahlreiche Lodges aus eigenen Besuchen und können Sie
daher intensiv beraten.
Unübertroffen ist das Erlebnis der großen
Tierwanderung, wenn mehrere hunderttausend Gnus und Zebras
von den abgegrasten Weiden der Serengeti in die saftigen
Weidegründe der Masai Mara ziehen und nach Beginn der
ersten Regenfälle in der Serengeti zurück in den
Süden ziehen. Das Grasland und die sanft gewellten
Hügel der Masai Mara verschwinden dann fast unter den
Tierherden. Dicht an dicht ziehen die Tiere zu neuen Futterplätzen,
und die endlose Reihe reicht oft bis zum Horizont.
Bei ihrer Wanderung müssen die Herden
die Flussläufe überwinden, die aufgrund der Regenfälle
zu reißenden Strömen anwuchsen. Bestimmt haben
Sie darüber schon Dokumentarfilme im Fernsehen gesehen.
Erst nach langem Suchen entscheiden sich die Leittiere für
eine Stelle im Fluss, die ihnen geeignet erscheint. Über
steile Abhänge stürzt sich die Herde hinter ihnen
in den Fluss. Das tosende Wasser wird manchen Jungtieren,
Verletzten und altersschwachen Tieren häufig zum Verhängnis.
Sie werden vom Wasser mitgerissen, den Fluss hinab getrieben,
ertrinken und bleiben zu Hunderten an der Uferböschung
oder an Felsen hängen. Eine weitere große Gefahr
sind die Krokodile, die den Tieren, die eine lange und ermüdende
Wanderung hinter sich gebracht haben, im Wasser auflauern.
Die Krokodile scheinen zu wissen, wo und wann Gnus und Zebras
zur Flussdurchquerung kommen und erwarten sie schon. Sie
erfassen Gnu oder Zebra an einem Bein, am Hals oder am Bauch
und versuchen, ihr Opfer, das sich in Todesangst befreien
will, unter Wasser zu ziehen und es zu ertränken. Haben
die Gnus und Zebras das gegenüber liegende Ufer erreicht,
so muss die manchmal recht steile Uferböschung erklommen
werden. Da stürmen und fallen die Tiere dann oft übereinander
her, oft voller Panik und Schrecken, denn sie sind der Gefahr
des Wassers und der Krokodile entkommen und hinter ihnen
drängen weitere hunderte von Tieren die Böschung
hoch.
Doch auch außerhalb der Wildwanderungen
beeindruckt die Masai Mara durch ihren einzigartigen Tierreichtum.
Die Chance ist groß, im Verlauf von nur zwei oder
drei Safari-Tagen gleich alle »Big Five« zu
erspähen. Trotz des großen Tierreichtums sollten
Sie die Chancen der Wildbeobachtung aber realistisch sehen.
Erwarten Sie nicht, dass Sie in zwei oder drei Tagen all
das sehen können, was professionelle Filmer in Wochen
gefilmt haben. Jagdszenen - wenn sich etwa ein Löwenrudel
an eine Zebraherde heranpirscht oder ein Gepard in rasender
Geschwindigkeit ein Impala zu fassen versucht – sieht
man nicht jeden Tag.
Mehr praktische Informationen:
Die Tagestemperatur überschreitet selten 30 Grad Celsius
und nachts fällt die Temperatur selten unter 15 Grad
Celsius.
Grüne Jahreszeit (Regenzeit): Es regnet im April und
Mai und dann wieder im November. Aufgrund des Regens können
einige Gebiete der Masai Mara unzugänglich werden.
Der „black cotton soil“ genannte Boden wird
dann rutschig wie Schmierseife und morastig, so dass es
unmöglich ist, ihn zu befahren.
Trockene Jahreszeit: Die Monate Juli bis Oktober
sind trocken, das Gras lang und saftig. Ein Besuch der Masai
Mara in dieser Zeit ist sehr empfehlenswert, denn dann kann
man zahlreiche Tiere auf ihrer jährlichen Wanderung
sehen.
Heißeste Jahreszeit: Die Temperaturen sind im Dezember
und Januar am höchsten.
Kälteste Jahreszeit: Juni und Juli sind die kältesten
Monate.
Regenfall: Im Westen des Parks etwa 1.200 mm, im Osten etwa
800 mm.
Während Ihres Aufenthalts in der Masai
Mara sollten Sie, wenn möglich, drei Gebiete besuchen:
die Keekorok-, die Serena- und die Musiara-Gegend.
Der Osten um Keekorok herum ist wegen der zahlreichen Korongos
so interessant. Korongos sind in die Savanne eingeschnittene
Busch bestandene Flussläufe die zur Regenzeit und kurz
danach Wasser führen, sonst aber bis auf ein paar wenige
Wasserlöcher ausgetrocknet sind. An diesen tränken
und weiden viele verschiedene Huftierarten. Dadurch hat
man aber auch eine große Chance den Raubtieren der
Savanne zu begegnen. Wer aufmerksam beobachtet, wird auf
den Bäumen auch einen dösenden Leoparden entdecken
können, der dann oft stundenlang auf einem bequemen
Ast liegt.
Die Serena-Gegend wird zur Trockenzeit richtig interessant,
weil hier auch auf dem Höhepunkt der wasserlosen Zeit
noch reichlich Futter für die Tiere wächst. Nicht
entgehen lassen sollte man sich eine Fahrt am Fuße
des Oloololo-Escarpment entlang. Gerade wenn man Pferdeantilopen
beobachten möchte, ist dies eine interessante Gegend,
ohne dass man sie allerdings unbedingt immer zu sehen bekommt.
In der Musiara-Region leben mehr Tierarten als in den anderen
Regionen, obwohl es normalerweise nicht besonders zahlreiche
Tiere sind. Das sieht während der Tierwanderung anders
aus, wenn die Wanderherden nördlich der Serena-Lodge
und nördlich des Governor's Camp den Marafluss überqueren.
Um einige der Tierarten zu nennen, die die
Masai Mara bewohnen:
Zu den Raubtieren zählen Löwe, Gepard, Schakal,
Hyäne, Leopard, Wildhund, Ginsterkatze, Zibetkatze,
Servalkatze und Mungos.
Zu den Primaten zählen Pavian, Bushbaby und Affen.
Zu den Huftieren zählen Nashorn und Zebra, zu den Paarhufern
Büffel, Giraffe, Flusspferd, Warzenschwein, Antilopen
(Buschbock, Dik-Dik, Ducker, Elen, Gazellen, Schwarzfersenantilope
=Impala, Kuhantilope = Hartebeest, Klippspringer, Kudu,
Oribi, Riedbock, Pferdeantilope = roan, Topi, Wasserbock,
Gnu = Wildebeest (gesprochen: [wildebiest], nicht [waild..]).
Die „Big Five“, die „Großen
Fünf“, sind Büffel, Elefant, Leopard, Löwe
und Nashorn.
Vogelliebhaber können fast 500 Vogelarten
hier antreffen, darunter 16 Adlerarten und viele Bussarde
und Falken, sechs Geierarten, acht Storcharten, vier Trappenarten
(darunter die Riesentrappe, der schwerste flugfähige
Vogel der Welt) und neun Nektarvogelarten.
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